02 Jul
Hörpunkt Film Online!
Nach der eindrucksvollen Premiere am Mittwoch, bei der das Forum der Schule aus allen Nähten platzte, soll der Film nun natürlich so weit wie möglich gestreut werden.
Bevor es dann also hoffentlich demnächst eine Version auf DVD gibt, hier die Youtube-Version von Hörpunkt:
WOW;WOW;WOW eigentlich weiß man gar nicht was man dazu sagen soll!!!:-)
Nun endlich habe ich den Film gesehen und fühle mich wie bei “des Kaisers neue Kleider”: was ist eigentlich die Botschaft? Alle klappern und versuchen, cool auszusehen, so viel Neusprech im “Blog”, alle sind so begeistert, wovon? Welcher Inhalt?
Ich lese im Blog nach: “Nach vier anstrengenden Drehtagen, voller Freude, Zoff, und absoluter Produktivität, ging nun heute abend das Drehen für den endgültigen Film und das Making Of zuende. Es war eines der schönsten wochenenden meines Lebens. Es war ein ganz besonderes Erlebnis und alle die nicht dran teilgenommen haben werden sich jetzt die Krätze ärgern.” So geht es immer weiter. “fast ausgeflippt vor Freude”, “streng geheimen Rohschnittparty”, “Abend echt sehenswert”, “after-show-party”, es nimmt kein Ende mit der Begeisterung. Nur wofür?
Ich empfehle die Lektüre von Erich Kästners “Über den Tiefsinn im Parkett”. Man ergänze zu “Tiefsinn” noch “Euphorie” und der Taschenspielertrick besteht darin, dem Publikum eine Anhäufung emotionaler Höhepunkte zu versprechen. Das muß noch abgesichert werden:
1. Wer die emotionalen Höhepunkte nicht hat, ist “out”,
2. Indem das eigene schulische Leben zu einem Filminhalt erhöht wird, dürfen sich alle (Lehrer, Kinder, Eltern) als Filmstars fühlen – wer will sich da schon selbst demontieren.
Soll es ein Werbefilm für die Schule sein? Da wäre z.B. eine Collage aus Klassenfahrts-Filmen, Lehrerzitaten im Unterricht, Szenen aus Schülertheatern, Schülerbands, Sportveranstaltungen etc. authentischer. Material gibt es in Hülle und Fülle. Die Kunst besteht darin, die Inhalte für sich sprechen zu lassen.
Soll es einfach nur Spaß und Unterhaltung vor den Zeugnissen sein? Die Botschaft von “Fun” als alleinigem Schulinhalt ist unglaubwürdig, die prätentiösen Worthülsen helfen auch nicht.
Begeistern kann ich mich dafür, nicht auf alle Tricks hereinzufallen. “Mehr Sein als Schein”, eigenes Denken, authentische Dinge, weniger-ist-mehr. Und fast allein in der jubelnden Masse denke ich dankbar an Lena. Kein Dekolltee, keine Pyrotechnik, keine Windmaschine, nur schwarzes Kleidchen, schmissiges Liedchen und Stimme, originelle Antworten in Interviews. Muß reichen. Hat ja auch.
@Christoph
und wer diese ansteckende Spielfreude und Begeisterung in die Gesichter der Kinder gezwungen hat – das bekommen wir auch noch heraus!
Liebe Blogger, liebe Leser
offensichtlich gibt es Leute, die den Inhalt, Zweck oder Sinn von Hörpunkt nicht, nie oder missverstanden haben. Daher habe ich die wichtigsten Punkte nochmal formuliert. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass man auf vorschnelles Veröffentlichen seiner Meinung verzichtet, wenn diese in der Tatsache fußt, dass man sich nicht oder nur ungenügend informiert hat. Meine Kontaktdaten waren und sind seit Beginn des Projektes öffentlich einsehbar. Bevor es also zu Kritik oder, wie in diesem Fall, gar zur Diskreditierung von Schülern, Lehrern, Eltern, dem Filmteam oder mir kommt, indem ihnen Dummheit und Betrug unterstellt wird, bitte ich, sich mit eventuellen Fragen an mich zu wenden.
Hörpunkt ist ein audio-visuelles Motivationsprojekt. Es geht darum, ein gewohntes Umfeld neu und zweckentfremdet, ungewohnt und nicht den üblichen Schulaktivitäten entsprechend wahrzunehmen und entdeckend zu erleben. Hörpunkt ist für die Schule konzipiert, könnte aber in veränderter Form auch auf andere Bereiche angewendet werden.
Mitwirkende:
Schüler aller Altersgruppen
Eltern
Lehrer
Personal
Inhalte:
- Organisation und Projekgestaltung durch Schüler, Lehrer und ext. Mitarbeiter
- Mitwirkung am Rhythmustrack durch Schüler und Lehrer
- interne und öffentliche Live-Präsentation eines Ausschnittes durch Schüler
- Fotodokumentation durch Schüler, Lehrer, ext. Fotographen
- Projektdokumentation, Making Of, Erstellung durch Schüler unter Mithilfe professioneller Fachleute
- Zusammenarbeit mit Institut f. neue Medien
- Fotostrecke/Ausstellung durch Schüler und Lehrer
- Erstellung eines Filmes in Form eines Musikvideos/Kurzfilmes durch ext. Produktionsfirma
- Internet-Präsentation durch Produktionsfirma und Schüler ( youtube, facebook )
- Erstellung von Plakaten, Flyern, Logo, Buttons etc. durch Schüler und Lehrer
- Rhythmustraining und Anleitung durch Schüler
- Erzeugung und Ausbau inner- und ausserschulischer Netzwerke
Neben den vielen verschiedenen Betätigungsfeldern für alle Beteiligten vor und nach der Präsentation der Projektdokumentation und des Kurzfilmes, bietet der Zeitraum der vier Drehtage viel Raum für Anregungen, Kreativarbeit, Gespräche, Spiel und Spaß. Im Fall Hörpunkt bedeutete das, dass Schüler unterschiedlichster Altersgruppen miteinander in Kontakt kamen, spielten, sich bei Schularbeiten halfen, miteinander grillten, Musik machten, Rhythmustrainings absolvierten oder zu spontanen Sessions mit allen möglichen und unmöglichen Gegenständen zusammenkamen. Gleichzeitig waren sie immer wieder gefordert, diszipliniert und verlässlich zum Dreh zu erscheinen und ein Teil des Ganzen zu sein, sich in ein Team einzuordnen.
Um Schüler zu motivieren, bedarf es wie beim effektiven Lernen unterschiedlichster Kanäle. Hörpunkt stellt eben diese Kanäle zur Verfügung. Inwieweit auf ihnen empfangen wird, hängt zum größten Teil von den Lernenden selbst ab. Um solche Kanäle zu erschließen, Schüler einzuladen, abzuholen, mitzunehmen, ihre Hemmungen vor Anderen überwinden zu helfen und ihnen Verantwortung zu übertragen, kann Hörpunkt ein wichtiger Baustein innerhalb der Schulzeit sein. Da zu diesem Projekt ein bleibendes Zeugnis in Form einer Dokumentation und eines Kurzfilmes gehört, hinterlässt es auch ganzheitliche Spuren.
Empirische Untersuchungen in der Motivationspsychologie belegen, dass gerade Projekte, welche die gewohnte Umgebung mit ihren gewohnten Abläufen in einen anderen Kontext stellen, wertvolle, positive Effekte erzielen; besonders in diesem Fall, wo nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer und Eltern mit einbezogen sind.
Hi leute!
Also, wer auch immer dieser Hörpunkt-Kritiker/Hasser/Feind… ist: Wenn du keine Ahnung hast dann halt deinen Mund.
@Christoph
Wie schön! Endlich Kritik – noch dazu wunderbar negativ und so erfrischend destruktiv! Um im Märchen zu bleiben: Da spricht ein spät geweckter, aber etwas naiv-trotziger Junge (Christoph) aus, was zwar alle sehen, aber keiner zu sagen wagt: Dem alten Kaiser (der Schule) ist nicht mehr zu helfen, er ist nackt. Er (sie) ist Betrügern (Berling/Langer/Pollok/Wüstemann) auf den Leim gegangen, die sich die kostbarsten Stoffe haben kommen lassen, um sie zu verprassen und es sich gut gehen zu lassen. Schämt euch!
Diesen beleidigenden Vergleich könnte man mit einem Hinweis auf den jungen Griechen erwidern („Der Jüngling schaute in das Wasser, sah einen jungen Mann, von dessen Schönheit er geblendet war, und konnte fortan nichts anderes mehr schön finden. Alles war grau und häßlich neben diesem Antlitz, an nichts anderem konnte er mehr Gefallen finden…“).
Machen wir aber nicht, sondern fragen unsererseits naiv-trotzig, wie jemand den pädagogischen und musikalischen Wert eines Projektes ermessen will, der weder das Konzept gelesen noch sich hat erklären lassen? Die Sinnfrage ist selbstverständlich erlaubt! Wir helfen gern beim Verständnis – sei es hier, sei es auf einer weiteren Veranstaltung in der Schule.
Oder wie Picasso mal auf die Frage nach der Botschaft geantwortet haben soll: „Ich bin Künstler, kein Postbeamter!“
Was mich an dem Kommentar von Christoph irritiert, ist der scharfe polemische Ton, der es mir schwer macht, sachlich darauf zu antworten bzw. die Kritik ernst zu nehmen.
Wie kann denn ernsthaft jemand in Anspruch nehmen gegen den Strom zu schwimmen und sich gleichzeitig zusammen mit 21 Millionen youtube-usern für Lena zu begeistern? Und dabei von klappern plappern?
Was soll´s, in Neusprech würde das heißen: „Eh Alter, sei nicht so aggro!“
@Christoph
„Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas Schönes bauen.“ Kästner
Vermutlich haben Sie nicht nur deshalb in unseren Blog geschrieben, weil Sie Ihre Meinung kundtun möchten, damit es Ihnen danach besser geht, sondern damit wir uns mit Ihren Gedanken auseinandersetzen.
Das tun wir natürlich, jeder auf seine Weise und ich würde lügen, beschriebe ich mich als sachlich distanziert und emotional unberührt. Sie haben die rhetorischen Messer gespitzt und verletzen. Und das tun Sie ganz bewusst.
Mir geht es nach dem Lesen Ihrer Meinung nicht besser und ich möchte versuchen, Ihnen Ihre Waffen zurückzugeben. Ich bin Pazifistin, zudem als Lehrerin emotional und menschlich derart involviert in das Ergebnis aber vor allem den Verlauf dieses Projektes, dass ich nicht umhin kann, mich schützend vor meine Schüler, die Idee, das Projekt und dessen wunderschönes Resultat zu stellen.
„Lasst euch die Kindheit nicht austreiben! Schaut, die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt.“
Neben Kästner zitieren Sie fast ausschließlich überglückliche, erschöpfte Schüler, die von einem langen Drehtag beseelt ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Dabei kritisieren Sie deren Worte, überhören aber das Empfinden, das aus jeder dieser Aussagen spricht.
Ist es nicht schön, wie glücklich Kinder sein können? Haben Sie das vielleicht verlernt, dieses große, kindliche Glück, das man nicht begründen muss, das da einfach in einem hüpft und raus möchte?
Ich selbst habe meine Schüler an diesen Tagen von Seiten erlebt, die ich so bislang nicht kannte. Dieses Miteinander, diese Zuneigung, diese Geduld, diese Fröhlichkeit, diese Offenheit und überall diese Musik, weil sie erfahren durften, dass selbst der Teller, die Bonbontüte, der Fotoapparat, die Schuhe, die Haarspange Töne machen, die, wenn man sie mit denen des Nachbarn kombiniert, Klangwelten entstehen lassen.
Es geht nicht vor allem um das Resultat, den Film, sondern dessen Werden, den Prozess. Es geht um gelingende Beziehungsgestaltung, um zwischenmenschliche Interaktion.
Ich vermute, Sie wissen nicht, was es heißt Lehrer zu sein, die tägliche Verantwortung für 100 und mehr junge Menschen zu tragen, neben all den schweren Lerninhalten vor allem die Freude am Leben, das Bewundern der Welt, das Staunen über sich und andere, das Tolerieren der Mitmenschen und das Akzeptieren, ja Lieben seiner selbst wach zu halten oder wieder neu zu wecken.
Wir Lehrer leisten nur Bruchstücke dieser Arbeit. Dessen bin ich mir bewusst, aber mit diesem Projekt waren wir gemeinsam viele schöne Schritte unterwegs auf diesem spannenden Weg.
Sie fragen nach dem Inhalt. Diese Frage ist berechtigt und findet umfassende Antworten auf dem Gebiet der Musik, als auch der Pädagogik. Ich nenne nur mal ein paar Stichworte: Rhythmus, Wahrnehmungsschulung, Körperkoordination, Gefühlserfahrung, Gruppenentwicklung, Anstrengungsbereitschaft, Interaktion, Sozialkompetenz.
Haben Sie beim Grand Prix Eurovision auch danach gefragt? Apropos Lena. Ich mag dieses Mädchen auch. Ich selbst bin Sängerin und kann mit Überzeugung sagen, dass sie nicht herausragend singt. Sie ist aber erfrischend anders, witzig, unkompliziert, natürlich. Genau wie unsere Schüler, mutig und doch sie selbst, ungeschminkt und doch auf der Bühne, ganz nebenbei auch ohne Windmaschine, Pyrotechnik und, das versteht sich, Dekolleté.
Und zum Ende noch mal mein geliebter Kästner: „Nie soll man so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.“
Jetzt habe ich Ihrer Kakao getrunken, mir aber so viel vom Zucker meines Lebensglücks hineingestreut, dass er fast nicht mehr bitter schmeckt.
Ich wünsche Ihnen von Herzen die Euphorie des Miteinanders, das Glück eines Auftritts, dieses unbeschreibliche Gefühl, das nicht in jedermanns Auge einen Sinn hat, aber glücklich macht, zusammenschweißt und bleibt. Für immer! Bitte machen Sie uns das nicht kaputt! Vielen Dank!
Schön, Ruth!
Finde ich auch!!:-)@Thomas Wüstemann
@Christoph Sehr geehrter “Christoph”, vielen Dank, dass Sie uns in Ihrem Kommentar gezeigt haben, wie man die ANGEBLICHEN Eigenschaften des Hörpunkt-Projekts, nämlich Inhaltslosigkeit, vollkommenes Verfehlen des Themas und fehlende Ahnung auf dem Gebiet geschickt in einen völlig deplatzierten Blog-Eintrag packen kann.
Nun aber noch mal ON-topic:
WOOOOOOOOOAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH!!! [RIESIGES Begeisterungs-Gröhlen]
Hörpunkt war das Schönste, was ich bis jetzt gesehen habe! Dieses Projekt ist einfach der Hammer. Vielen Dank, liebe Morphium-Crew, dass ihr euch FÜR die Idee entschieden habt!!! “Six drummers for one apartment” können einpacken!
Es ist schade zu sehen, dass es Personen gibt, die uns unsere Freude am Projekt nehmen wollen und unser Engagement schmälern. Wenn ich jetzt alles aufzähle was mir Christoph gegenüber in den Sinn kommt, gäbe es Dopplungen mit anderen Kommentaren, oder ausfallende Wortwahlen, deshalb nur so viel. Wer nicht dabei war, kann nicht einschätzen, was wir durch haben. Es war eine schöne Zeit und diese Zeit hat die Schule zusammengeschlossen. Es gab viele neue Freund- und Bekanntschaften. Ich für meinen Teil habe alle meine Interessen ausleben können und alles sagen, dass es großartig war.
Zum Schluss nur noch eins:
Christoph ist bisher der einzige, der den Film gesehn hat, von dem ich negative Kritik gehört / gelesen habe. Das sagt doch wohl sehr viel!
Wunderbar, über den Film von diesem Projekt an der Christopherusschule zu erfahren! Gratulation den Lehrern und Projektverantwortlichen, die es möglich gemacht haben. Der Film vermittelt mir ein erfrischend ehrliches, lebhaftes und ansprechendes Bild dieses außergewöhnlichen multimedialen Projektes, das eine begeisternde Integrationskraft entfaltet. Ich bin sicher: die bösen unsachlichen Worte eines Einzelnen tun zwar kurz weh, sie bleiben aber letztlich isoliert (s. auch die einhelligen Kommentare auf youtube und die Zahl der Aufrufer) zurück und bringen nur die bedauernswerte Verfasstheit des Verfassers zum Ausdruck.
@Hartmut Möller
Da haben Sie absolut Recht, mit allem, was sie zur Sprache bringen!
Diese lebhafte Resonanz zeigt, daß ich da gehörig etwas aufgemischt habe.
Mein erster Beitrag enthielt den Vorwurf, der ganze Tiefsinnsgestus aus den Blogs sei nicht mit genug Inhalt hinterlegt. Jetzt kommt aber Tiefsinn in die Sache hinein, und zwar zum Thema Massenströmungen und Toleranz. Wenn ich wirklich der einzige Kritiker bin und die Kritik so polemisch und verfehlt ist, wieso erzeugt sie dann so heftige Reaktionen?
Müßte die breite Begeisterung nicht ausreichen, eine kritische Stimme zu ertragen und sich damit so klaren Verstandes auseinanderzusetzen, wie es Martin Pollok gelungen ist? Lest mal Erich Fromms “Haben oder Sein”. Ist von 1976, aber immer noch aktuell. Ich will nun allen ernsthaften Repliken antworten:
“Der Pauker” hat sich immerhin zu Humor gezwungen. Ich habe mich aber nicht beschwert, daß die Kinder massenweise keinen Spaß gehabt hätten. Der Pauker hat meinen Beitrag nicht genau gelesen. Ich schrieb: Wer die emotionalen Höhepunkte nicht hat, ist “out”, und das beschreibt vereinzelte Gruppenmitglieder, die sich möglicherweise dem Gruppendruck beugen und sich zu keiner abweichenden Meinung bekennen.
Martin Pollok zeigt sich als Profi. Er bleibt (jedenfalls nach dem ersten Absatz) gelassen, antwortet qualifiziert und bringt mir das Hörpunktprojekt tatsächlich näher. Erfolg!! Hörpunkt steigt auf in die Kategorie “sympatisch”, wenn auch noch nicht in die Kategorie “jetzt weiß ich, wofür ich bisher gelebt habe”. Vermutlich hat er diesen Anspruch auch gar nicht gehabt. Stattdessen kann er echte Inhalte beschreiben (Freude, Kommunikation, Disziplin, Perspektivenwechsel) und wie weit (neben “Freude”) die übrigen Ziele erreicht worden sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber “Toleranz” hätte den Vierklang gut ergänzen können, und das fehlt hier bei den um sich schlagenden Bloggern.
Lieber Martin, schreib die Inhalte doch beim nächsten Projekt irgendwo gut sichtbar hin, um die Leute, die von außen kommen, mit ins Boot zu holen. Bei der Homepage unter “Sinn” steht das jedenfalls nicht so. Wenn man die ganze Schule beteiligt, ist Information für Außenstehende ganz hilfreich. Die letzten zwei Absätze Deines Eintrags hier habe ich inhaltlich trotz intensiver Suche vorher nirgendwo sonst gefunden. Ich modifiziere mein Urteil:
- Du als Autor im weitesten Sinne bist ein guter solider Handwerker (um im Bildwerk von “des Kaisers neue Kleider” zu bleiben).
- Gold und Brokat auf edlem Samt in die Luft gemalt hat eine kleine Schar Dir ergebener Jünger. Sie hat damit (um mal das Bild zu wechseln) das Projekt so aufgeblasen, daß es hohl klang, wenn man dran geklopft hat. Ohne so viel Luft wäre es viel besser gewesen.
Dann kommt immer mehr ungezügelte und böse Polemik in die Diskussion. Es wird unterstellt, man fühlt sich beleidigt und beleidigt zurück, eskaliert, Haß und Intoleranz schimmern mal mehr, mal weniger durch.
Tabea Junge konnte wochenlang die ganze Zeit nur hüpfen vor Freude und ist jetzt ganz ganz böse auf mich.
Leif Berling
- fühlt sich beleidigt und schmeißt das erstbeste zurück, was ihm einfällt. Wie kommt er da gerade auf Selbstverliebtheit, in einer Gruppe, die sich laufend selbst beweihräuchert?
- Dann erkennt er an, daß das Projekt ohne Erklärungen nicht verständlich ist (”wie jemand den … Wert eines Projektes ermessen will, der weder das Konzept gelesen noch sich hat erklären lassen”), wobei die Erklärungen aber nicht auf der Homepage bereit lagen, sondern abgefordert werden mußten.
- Die Sinnfrage ist erlaubt, aber spießig, Erklärungen darüber hinaus ohnehin sinnlos. Picassos „ich bin Künstler, kein Postbeamter!“ ist die polemische Abwandlung von Goethes “Erfühlt Ihr´s nicht, so werdet Ihr´s nie begreifen”, aber selbstverliebter (siehste?) und arroganter. Picasso war zu erhaben, um Erklärungen abzugeben, Goethe spricht eher einen Appell aus: “Versucht doch mal, Euch hineinzuFÜHLEN!”
- Meint offensichtlich, es sei eine Grundsatzentscheidung, ob man beschließt, mit oder gegen den Strom zu schwimmen (wieso Hörpunkt nein und Lena ja? Also bitte, entweder oder!!). Nein, das sollte immer eine überlegte Einzelfallentscheidung sein. Und schöner ist es immer, mit dem Strom zu schwimmen, schon gar, wenn das alles so schön ist. Gegen den Strom schwimmen ist SCHWER!
Und damit kommen wir zur Kernfrage: wie weit darf eine Schule gehen bei der aktiven Förderung einer Masseneuphorie? Wenn ein Erziehungsziel das eigene kritische Urteilsvermögen der Schüler ist, heißt das, Masseneuphorien auch mal widerstehen zu können (also GERADE NICHT als Grundeinstellung im Sinne von “immer dagegen” oder “immer dafür”!). Dann hat dieses Ereignis aber gewisse Grenzen überschritten, spätestens nach dem 2.7., indem schon lehrbuchhaft für Massendynamiken die meisten aktiven Euphoriker über mich hergefallen sind, Kritik als Beleidigung verstanden und darüber schon wieder die Inhalte übersehen haben. Ich war nicht annähernd so negativ, wie die anderen euphorisch waren, das ist nur den meisten nicht aufgefallen.
Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob es wirklich ein Massenphänomen ist oder ob es nur so aussehen soll. Die vielen Blogger, ob hier oder auf YouTube, sind ja doch eher ein kleiner Kreis von Insidern.
Liebe Frau Langer! Ja, der Weg war das Ziel, und zu Ihren Argumenten im Einzelnen habe ich oben schon manches gesagt. Nein, bewußt verletzen wollte ich nicht, habe das aber in der Klarheit halber Kauf genommen, denn ein allzu weichgespülter Kommentar wäre ins Leere gegangen. Um Eigenlob, Massenströmungen, fehlende Kritikfähigkeit, Bodenständigkeit und Toleranz ging es mir.
Da paßt Lena ganz gut hinein: die ist einfach bodenständig. NIE würde sie von sich selbst sagen, sie sei das geilste was ihr oder ihrer Mitwelt je passiert ist, und was man sonst noch dergleichen in den Hörpunkt-Blogs an Eigenüberhöhung lesen mußte. Sie kann noch so endorphingeflutet sein, ihr kritischer Verstand sieht immer zu, diese Geistesgegenwart ist bewundernswert. Wenn sie dann doch einen Fehler macht, fallen alle über sie her. Dann sagt sie, daß sie das nicht stört, und die Hetze hört wieder auf. So sind sie, die Massenphänomene, und die erforderliche Widerstandfähigkeit dagegen ist m.E. eben auch Schulstoff.
Das ist meine Botschaft, und so habe ich zu den ersten vier Inhalten (Freude, Kommunikation, Disziplin, Perspektivenwechsel) noch die Toleranz hinzugefügt, die ja nur mit der Fähigkeit zu Disziplin und Perspektivenwechsel möglich ist. Ob sie angekommen ist?
Also Christoph: Anscheinend hast du es ja nun endlich gecheckt. Aber im übrigen bin ich nicht ganz ganz böse auf dich, sondern fand deine Kritik einfach unangebracht. Im Klartext: Du hattest nicht die geringste Ahnung- warum hältst du dann nicht einfach deine Klappe???? Natürlich hat jeder seine eigene Meinung und wenn du dieses Projekt nicht gut findest, bitte, da kann ich dann auch nichts dran ändern. Bei deinem Artikel hatte man einfach das Gefühl dass du mit Absicht Leute verletzen wolltest und nicht aktzeptieren konntest, dass für einige Menschen dieses Projekt etwas Besonderes und Tolles war. Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken. Leute haben sich da reingehängt und alles dafür getan und dann ist da nach so viel Begeisterung so ein Artikel auf dem Blog zu sehen, der das alles irgendwie zunichte macht. Aber wenn dich das immer noch nicht überzeugt: Bitte mach dir dein Bild darüber. Wenn du deine Meinung nun wenigstens zum Teil geändert hast, könntest du deinen ersten Artikel ja noch mal mit der jetzigen Meinung auf den Blog schreiben. Würde ich gut finden, aber es ist ja deine Sache. Tabea@Christoph